Infoveranstaltung von AELF und Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
Landwirte im Umgang mit Bewässerungsbrunnen geschult

Drei Männer

(v. l.) Karl Birk, Regierung von Niederbayern, Alois Dorfmeister, Wasserberater, und Hydrogeologe Dr. Rainer König

Der sichere Umgang mit landwirtschaftlichen Bewässerungsbrunnen ist wichtig für die Betreiber von Feldbrunnen. Gefahren und die Gefahrenabwehr waren Themen einer Infoveranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf (AELF) und des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf (WWA) beim Kirchawirt in Buchhofen.

Karl Birk, Sachgebiet Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft an der Regierung von Niederbayern, freute sich über das große Interesse der Landwirte.
Risiko möglicher Einträge von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
Wasserberater Alois Dorfmeister ist im sicheren Umgang mit Bewässerungsbrunnen der überregionale Ansprechpartner, wenn es um Feldbrunnen geht. Er ging auf das Risiko möglicher Einträge von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ein, die es zu verhindern gilt. Ein Sicherheitsabstand zwischen dem Brunnen und der landwirtschaftlichen Nutzung sowie ein intaktes Brunnenbauwerk, sind daher dringend erforderlich.
Grenzwerte
Der Grenzwert von Nitrat im Grundwasser liegt bei 50 Milligramm pro Liter Wasser. Anders sieht es bei den Wirkstoffen von Pflanzenschutzmitteln aus: Der Vorsorgegrenzwert bei Pflanzenschutzmitteln liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Das entspricht einer Menge von einem Gramm in 10.000 Kubikmeter Wasser.

Um einen ungewollten Eintrag in den Brunnen zu vermeiden,

  • müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Niederschlagswasser vom Brunnenkopf weg zu leiten. Dies kann durch eine leichte Anböschung erreicht werden.
  • sollte in einem Umkreis von fünf Metern um den Brunnenkopf auf jegliche landwirtschaftliche Nutzung verzichtet und diese Fläche gezielt mit Gras eingesät werden.
Brunnenbetreiber haftet bei Unfall
Im vergangen Jahr ist im Landkreis Deggendorf der Hund eines Spaziergängers in einen nicht ausreichend verschlossenen Bewässerungsbrunnen gefallen, der von der Feuerwehr gerettet wurde und den Unglücksfall überlebte. "Was ist, wenn ein Kind in einen Brunnen fällt? Wer ist verantwortlich?" fragte Dorfmeister die anwesenden Zuhörer und klärte die Frage auf. Der Landwirt müsse sicherstellen, dass Personen nicht in Entnahme-, Einstiegs- oder ähnliche Öffnungen des Brunnens stürzen können und habe entsprechende Maßnahmen in Form einer Abdeckung zu ergreifen, damit dies verhindert werden kann. Bei einem Unfall haftet der Brunnenbetreiber!
Aktuelle Probleme aus der Praxis
Dr. Rainer König, Fachbereichsleiter Wasserversorgung, Boden- und Grundwasserschutz vom WWA Deggendorf, skizzierte Brunnentypen, das Antragsverfahren sowie Probleme aus der Praxis. Wer einen Schachtbrunnen plane, sollte einen qualifizierten Brunnenbauer beauftragen. Schachtringe würden nach Königs Aussage häufig bereits beim Bau beschädigt. Zusammen mit der Auflockerung des Bodengefüges im Bereich der Baugrube könnte das einen bevorzugten Transportweg für Schadstoffe darstellen.
Wichtig und im eigenen Interesse des jeweiligen Landwirts sei in diesem Zusammenhang auch der laufende Unterhalt des Brunnens.
Abschließend standen die Referenten sowie Max Stingl, Bereich Wasserversorgung am WWA, und Pflanzenbauberater Hilmar Maußner vom AELF Deggendorf Rede und Antwort.